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Chancenlos beim Favoriten

Mit einer 6:44 Niederlage im Gepäck mussten die Marburg Mercenaries die Rückreise vom großen Favoriten in Schwäbisch Hall antreten. Ein phasenweise überragender Gegner und ein völlig verkorkster erster Durchgang sorgten dafür, dass das Spiel bereits nach nur zwei Vierteln – eigentlich bereits nach dem ersten Quarter – entschieden war und die Gastgeber in den "Stand-By-Modus" wechseln konnten.

Den Schwung mitnehmen

Es gab zuletzt durchaus positive Anzeichen dafür, dass die Saison der Marburg Mercenaries sich nunmehr zum Besseren wenden kann. Nach dem katastrophalen Start in die GFL- Spielzeit 2015 brachte zunächst Neu- Quarterback EJ White Enthusiasmus in die Mannschaft zurück, bevor der erste Saisonsieg über die Franken Knights zusätzlichen Auftrieb gab. Dies alles ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die hessischen "Söldner" am Samstag als krasser Außenseiter zum Klassenprimus nach Schwäbisch Hall reisen werden. "Alles andere als eine Niederlage wäre natürlich eine Riesenüberraschung. Für uns geht es primär darum, den Aufwärtstrend der letzten Wochen zu bestätigen, eine gute Figur auf dem Rasen abzugeben und einen würdigen Gegner darzustellen", so Präsident Carsten Dalkowski zur kommenden Aufgabe.

"Ein Sieg, mehr nicht"

Nach dem ersten Sieg der Saison, war die Erleichterung den Spielern der Marburg Mercenaries deutlich anzusehen. Zu lange hatte man auf dieses Ziel hingearbeitet, hatte man auf das Platzen des altbekannten Knotens gewartet. Und doch war zugleich auch spürbar, dass man sofort bemüht war, das 49:14 Erfolgserlebnis gegen die Franken Knights richtig einzuordnen. "Wir haben heute gegen eine Mannschaft gewonnen, deren Spielvorbereitung schon alles andere als optimal lief, die allerdings auch in allen Belangen unterlegen war. Wir freuen uns über den ersten Sieg, dürfen aber dennoch keine Schönfärberei betreiben", so die Analyse von Präsident Carsten Dalkowski direkt nach dem Schlusspfiff.

Ein Sieg für das Selbstvertrauen

Die derzeitige Tabellensituation in der Südstaffel der German Football League zeichnet ein eindeutiges Bild. Während einige Mannschaften die Play-Off Plätze untereinander ausspielen, geht es für die Kontrahenten des kommenden Wochenendes bereits in diesem frühen Stadium der Saison nur noch darum, eine verkorkste Spielzeit zu retten, das heißt die Relegation zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund wäre es zwar verfrüht, das Duell gegen die Franken Knights als Endpiel zu titulieren, richtungsweisend ist die Partie, die am kommenden Sonntag im Georg-Gaßmann-Stadion stattfinden wird aber allemal.

Dieser Rettungsanker soll greifen

Steven Elmer James White, kurz "E.J." genannt, wusste worauf er sich einlässt. Der neue Quarterback der Marburg Mercenaries informierte sich vor seinem Engagement an der Lahn ausgiebig über die derzeitige Situation der "Söldner", sprach dabei insbesondere mit den anderen Import- Spielern, und kam letztendlich zu dem Entschluss den Sprung über den großen Teich zu wagen. Erneut möchte man formulieren, spielte White doch in der letzten Saison bei den Uppsala 86ers in Schweden. "Die Aufgabe in Marburg hat mich sportlich einfach gereizt. Natürlich ist mir klar, dass die Tabellensituation alles andere als erfreulich ist, aber ich möchte einen gewichtigen Teil dazu beitragen, den Trend umzudrehen, die Relegation zu vermeiden und endlich wieder Siege einzufahren."

Die Niederlagenserie hält an

Dass die Niederlage gegen die Gäste aus dem Saarland am Ende um ein bis zwei Touchdowns zu hoch ausfiel, vermochte im Lager der Marburg Mercenaries niemanden mehr zu trösten. Zu tief saß der Stachel der Enttäuschung, erneut dominiert und geschlagen worden zu sein. "Wir halten halt immer nur in einzelnen Spielabschnitten mit haben jedoch derzeit nicht die Qualität, dies über sämtliche Viertel durchzuhalten.", so Linebacker- Veteran Sebastian Lau, der bereits jetzt dazu aufforderte, sämtliche Kräfte zu bündeln, um die Relegation, bzw. den Abstieg zu verhindern. "Der Verein ist über viele Jahre gewachsen und hat nun zum ersten Mal seit gefühlten Ewigkeiten eine schlechte Saison. Wir müssen da jetzt durch, die entsprechenden Schlussfolgerungen aus dem missratenen Jahr ziehen und dann neu angreifen."

"Die wichtigen Spiele kommen noch"

Es klingt schwer nach Durchhalteparolen, wenn man sich im Lager der Marburg Mercenaries immer wieder darauf einschwört, dass die entscheidenden Spiele zur Vermeidung der Relegation innerhalb der German Football League noch kommen. Und doch bleibt den Hessen derzeit nichts anderes übrig, als der sportlich prekären Situation Positives abzugewinnen. "Den Kopf in den Sand zu stecken bringt doch einfach nichts. Wir müssen jetzt weiter Gas geben, um das Minimalziel noch zu erreichen", so Defensive Back Sam Weiss, der hinzufügt, dass sich im Team derzeit eine "Jetzt erst recht Stimmung" breit macht. Am kommenden Sonntag besteht erneut Chance, jene beschriebene Mentalität auf den Rasen zu transportieren, wenn die Saarland Hurricanes zu Gast im Georg-Gaßmann-Stadion sind.

Stuttgart ohne Probleme in Marburg siegreich: Scorpions gewinnen im Schongang

Bereits nach wenigen Spielminuten war den knapp 350 Zuschauern im Georg-Gaßmann-Stadion klar wohin die Reise auch beim Heimspiel gegen die Stuttgart Scorpions gehen würde. Weiterhin stark geschwächt waren die Mercenaries kein ernstzunehmender Gegner für die Mannschaft aus Baden-Württemberg, die einen lockeren 0-38 Auswärtssieg mit auf die Heimreise nehmen durften. Dabei leisteten sie sich sogar den Luxus ohne etatmäßigen Quarterback zu spielen und Pass-Empfänger Dylan Potts diese Aufgabe erledigen zu lassen. Dieser lies auch in dieser ungewohnten Rolle nichts anbrennen und führte seinen Angriff engagiert mit vielen Läufen zum Sieg.

Erneut schwerer Brocken für die Mercenaries: die Schwaben kommen

Am kommenden Sonntag kommt es zum erneuten Traditionsduell in der GFL Süd. Zu Gast bei den Mercenaries sind die Stuttgart Scorpions. Unterschiedlicher könnten aber derzeit die Vorzeichen für das Spiel im Georg-Gassmann-Stadion nicht sein. Während sich die "Skorpione" direkt hinter Klassenprimus Schwäbisch Hall etabliert haben, warten die "Söldner" um Headcoach Matthias Dalwig noch auf ihren ersten Sieg in dieser Saison und befinden sich derzeit auf Platz 7 in der Tabelle, nur noch die Franken Knights rangieren hinter dem Team aus der Lahnstadt. "In einer solchen Situation wünscht man sich natürlich einen anderen Gegner, aber wir werden weiterhin hart mit der Mannschaft arbeiten und zusammen diese schwierige Phase überwinden," ist sich Dalwig vor der Partie sicher. Die Schwaben gehen als Favorit in die Partie gegen die im Umbruch befindliche junge Marburger Truppe.

Wieder nichts

Der Befreiungsschlag in Form des ersten Sieges lässt noch immer auf sich warten. Mit 39:14 verloren die Marburg Mercenaries bei den Munich Cowboys auch ihren vierten Auftritt innerhalb der GFL, wobei – mal abgesehen vom Auswärtsspiel in Saarbrücken – auch diese Partie bereits zur Halbzeit entscheiden war.