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16.09.2007: Halbfinale in Braunschweig

(atb). Zugegeben, ein Footballspiel lässt sich immer aus mehreren Blickwinkeln betrachten. Während man nach dem Schlusspfiff die Kieler mit dem Schicksal hadern hörte, wohl in dem Glauben, einen möglichen Sieg verschenkt zu haben, trauerte man im Lager der Mercenaries vor allem den vergebenen Chancen nach, den oft zitierten Sack nicht viel früher zugemacht zu haben. Eine halbwegs objektive Analyse lässt beiden Interpretationen Raum. Tatsache ist, dass sich bei sommerlichen Temperaturen ein Play Off- Viertelfinale entwickelte, wie es sein muss: spannend, intensiv und stets fair.

Die Partie begann für die Mannschaft von der Ostsee alles andere als optimal. Zwar wurde schon im ersten Drive augenscheinlich, dass die Offense den Ball bewegen konnte, allerdings verteilte Wide Receiver Timo Gross schon früh das erste Gastgeschenk, als er das Ei nach einem harten Hit der Marburger Secondary wieder „ausspucken“ musste. Und die Mercenaries ließen sich nicht lange bitten. Bereits bei der zweiten Ballübergabe vom starken Ullrich auf Jerod Void, war die Zeit des punktelosen Unentschiedens vorbei. Der Mann von der Purdue University erwischte durch einen schnellen Richtungswechsel die gesamte Defense der „Canes“ auf dem falschen Fuß und lief aus 40 Yards zum Touchdown. Der verwandelte Extrapunkt des erkrankten Marc Biedenkapp sorgte für den 7:0 Zwischenstand. Head Coach Kent Anderson ließ sich jedoch nicht beirren und hielt erfolgreich, stoisch an seinem „Game Plan“ fest. Die bekannten „Bubble Screens“ wurden zwar durch die Marburger Defense zumeist schnell unterbunden, aber in den kurzen Zonen fand Quaterback Adrian Rainbow oftmals eine freie Anspielstation. Fast ohne Hilfe des Lauspiels, welches die „Söldner“ den gesamten Nachmittag über gut kontrollierten, arbeitete man sich das Feld herunter. Am Ende stand der Touchdown zum Ausgleich, den jener Timo Gross erzielen konnte, der zunächst noch der Unglücksrabe gewesen war. (7:7) Marburg schlug noch im ersten Viertel zurück. Gestützt auf einen starken Return von Marcel Duft mit guter Feldposition ausgestattet, konnte Duft schon bald die Früchte seiner eigenen Arbeit ernten, als Ullrich ihn aus 41 Yards bediente. Mit dem 14:7 ging es anschließend auch in die Kabinen, denn im zweiten Quarter passierte nichts Zählbares mehr. Beide Mannschaften versuchten jeweils glücklos ein Field Goal, wobei sich auf Marburger Seite Benjamin Sheppard für den Block verantwortlich zeigte.

Im dritten Viertel neutralisierten sich beiden Mannschaften zunehmend. Marburgs Offense schaffte es nicht, aus den zahllosen Möglichkeiten, die ihnen die eigene Defense lieferte, Kapital zu schlagen. Besonders augenscheinlich wurde dies, als man innerhalb der gegnerischen Red Zone, einen vierten Versuch ausspielte und scheiterte, nachdem zuvor schon ein weiterer Field Goal Versuch erfolglos geblieben war. Kiel konnte sich in dieser Phase glücklich schätzen, noch in Schlagdistanz zu sein, legte jedoch zu Beginn des letzten Spielabschnittes wieder einen sehenswert konstanten Drive hin. Hatte zunächst noch eine berechtigte Holding Strafe den Touchdown Lauf von Dartangan Johnson zunichte gemacht, war es letztendlich David De Armas, der von Rainbow zum Touchdown bedient wurde und dabei neben den Punkten zum 14:14 auch 6 seiner insgesamt 137 Yards erzielte. Nun erreichte das Spiel seinen emotionalen Siedepunkt, wobei „Canes“ Defensive Coordinator André Schleemann seiner Mannschaft einen „Bärendienst“ erwies, als er an der Seitenlinie für allzu laute Kritik an den Schiedsrichtern eine „Flagge“ kassierte. Resultat eines erneut guten Returns durch Duft plus Sidelineflagge für Schleemann war eine aussichtsreiche Feldposition für die Gastgeber an der 41 Yard Linie der Hurricanes. Kiel machte jetzt erheblichen Druck auf Quarterback Ullrich, aber der Nationalspieler blieb cool. Bei einem langen Pass auf Tightend Bast Nau hatte Jo einen „Geistesblitz“, als er erkannte, dass „Canes Safety“ Travis Anderson seine Aufgabe vernachlässigte und aus diesem Lapsus des US-Amerikaners umgehend Kapital schlug. Das 21:14 reichte letztendlich, um die Männer von der Ostsee endgültig in die Schranken zu weisen. Kiel gab noch einmal alles, aber es sollte nicht mehr sein. Ullrich höchstselbst beendete das Spiel mit einem freiwilligen Safety, den die Mercenaries bei nur noch fünf Sekunden auf der Uhr absichtlich herbeiführten, um die „Wirbelstürme“ nicht mehr in Ballbesitz kommen zu lassen.

Der 21:16 Sieg, der den „Söldnern“ nunmehr ein Halbfinale in Braunschweig beschert, hatte viele Väter. Marcel Duft, der mit tollen Returns und insgesamt 118 Yards aufhorchen ließ, Quarterback Joachim Ullrich, der eine fast fehlerfreie Partie absolvierte, die gesamte Marburger Defense, welche vor allem gegen den Lauf gut aussah, aber auch die „stillen Helden“ der Offensive Line, bei denen Mike Anderl hervorstach, der Robert Flickinger auf der Position des Defensive Ends zur Bedeutungslosigkeit verdammte.

Beim Halbfinale im Stadion an der Hamburger Straße ist man jetzt wieder das, was man über Jahre war: Der Außenseiter. Eine Ausgangsposition die den Mercenaries liegt und die man unbedingt nutzen will. Denn einmal, so Präsident Carsten Dalkowski nach dem Schlusspfiff, muss ja auch der Knoten beim Deutschen Meister platzen.