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02.07.2007: Jo’s Tagebuch vom 1. Juli

(23:34) Der heutige Tag verlief etwas suboptimal. Und das ist noch sehr vorsichtig formuliert. Verbimmelt, in den Arsch getreten, die Fresse voll bekommen … auf der Taxifahrt zum Flughafen sind uns noch viel mehr Formulierungen für dieses Debakel in den Sinn gekommen, die ich hier allerdings nicht wieder geben kann. Glückwunsch an die Vikings. Sie sind ganz klar das beste Team Europas.

Viele Blumentöpfe konnten wir heute nicht gewinnen. Nur eine verdammte Silbermedaille. Ich hasse Silbermedaillen. Natürlich kann man diskutieren, wie viele Österreicher tatsächlich auf dem Platz gestanden haben, denn irgendwie haben wir heute schon gegen die halbe USA gespielt. Zehn Importspieler mit Pässen aus aller Welt sind schwer zu schlagen. Dazu kommt, dass es echte Qualitätsspieler sind. Clinton Graham ist der beste Runningback, den ich in meinen 15 Jahren Football in Europa gesehen habe. Und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da. Natürlich war die Situation für uns auch nicht optimal: Auswärtsspiel, WM Camp, RB-Situation… Viele Ausreden, die aber alle nichts an der Tatsache ändern, dass in Wien seit langem ein Programm aufgebaut wurde, dass in Europa seinesgleichen sucht und die Vikings deshalb diesen Titel mehr als verdient haben. Von der Organisation und Stabilität ist dieses Programm meines Erachtens auch dem Braunschweig und Hamburg der Vergangenheit überlegen, betrachtet man vor allem den breiten Unterbau auf dem die Vikings stehen. Könnten wir in Marburg eine ähnliche Show bieten wie in Wien, hätten wir vielleicht ein Heimspiel gehabt. Können wir aber nicht und deshalb haben sie sich diesen Vorteil auch irgendwie verdient. Genauso wie man erstmal zehn gute Importspieler finden muss und vor allen Dingen bezahlen muss. Ca. 1 Stunde vor dem Spiel waren schon gut über 1000 Zuschauer anwesend. Keine Ahnung was die alle schon da wollten. In Marburg sind es zu diesem Zeitpunkt ca. 25! Dutzende von Helfern, zahlreiche Catering Stände, Fernsehkameras, riesige Übertragungswagen, Trading Cards, nervige Plüschmaskottchen, coole Soundeffekte zu jeder Spielsituation, ein professionell gemaltes Feld mit allem Schnick-Schnack drauf, pre-game Interviews und und und… Alles in allem eine tolle Atmosphäre in der es Spaß macht Football zu spielen. Obwohl jeder Footballspieler (mich eingeschlossen) hasst zu verlieren, hat es doch irgendwie Spaß gemacht in so einer Atmosphäre zu spielen. Sehr motivierend! Ich bin mir sicher, dass uns auch dieses Spiel einen Schritt weiter gebracht hat. Meine Stimme hat arg gelitten, da ich sogar im Huddle gegen 6800 Fans anschreien musste. Das hab ich in dieser Form selten erlebt. In Braunschweig fangen sie wenigstens erst an Lärm zu machen, wenn man an die Line of Scrimmage kommt! Trotz dieser tollen Erfahrung wünsche ich mir solche Tage nicht mehr erleben zu müssen. Unmittelbar nach Abpfiff unter die Dusche sprinten, um 15 Minuten später im Taxi zu sitzen, nachdem man in kompletter Hektik geduscht hat. So habe ich mir mein erstes Eurobowl-Finale nicht vorgestellt. Zwar hatten wir einen netten Flug mit vielen netten Eindrücken unterwegs, aber es ist völlig schwachsinnig getrennt vom restlichen Team aus einem NM-Camp per Flugzeug, unter Zeitdruck anzureisen. Natürlich ging es nicht anders und war trotzdem noch gut organisiert und wir sind froh die Chance dazu bekommen zu haben. Es brachte aber Nachteile an allen Ecken und Enden – für Marburg und Team Germany. Im Hinblick auf die drei europäischen Teams, die an der WM teilnehmen, sollte man in der EFAF-Spitze mal überlegen, wie sinnvoll diese Terminplanung war. Oder glaubte jemand im Ernst, dass weder Paris, noch Marburg, noch ein schwedisches Team den Eurobowl erreichen? Es ist nicht verwunderlich, dass Topteams wie Braunschweig unter diesen Voraussetzungen lieber auf die langen Wege des Eurobowls verzichten und ein bisschen Strafe zahlen. Ich wäre heute auch nicht böse drum gewesen. Bitter für die Mercenaries ist weiterhin, dass wir außerdem hart bezahlt haben. Oliver „Madonna“ Glaum könnte sich das Kreuzband gerissen haben und Benjamin Shepard hat sich das Innenband im Knie lädiert. Bis auf ein paar Blessuren geht es mir glücklicherweise gut. (Keine Sorge, Mama!) Und nach der Viertelstunde im Kaltbecken der Sportschule fühlen sich auch meine Beine wieder erträglich an. Morgen sind wir befreit von Georgs Frühtraining! Wenigstens dafür hat es sich gelohnt. Ausschlafen…