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18.06.2006: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

(atb). Es fällt schwer, der 21:36 Niederlage gegen die Stuttgart Scorpions etwas positives abzugewinnen. Natürlich ist da die Hoffnung, dass sich diese Mannschaft irgendwann einmal an ihr Potential heranspielt, zeigt wozu sie wirklich in der Lage ist, aber die Zweifel, ob dies noch in dieser Saison gelingen wird, werden mit jeder Partie größer. Hatten Optimisten noch geglaubt, dass durch den hohen Sieg im Saarland der Knoten endgültig geplatzt sei, sah man sich an diesem Sonntag im Georg-Gaßmann-Stadion schnell eines Besseren belehrt. Eine völlig indiskutable Leistung in allen Mannschaftsteilen sorgte für einen verdienten, zu keiner Zeit gefährdeten Sieg der „Scorps“, die ihren „Game Plan“ perfekt und ohne Fehler umsetzten.

Das Spiel begann – wie sollte es auch anders sein – mit kraftvollen Läufen der Stuttgarter Offense, die zumeist über Geiger oder Avella Riesenlücken in der Marburger Defense in großen Raumgewinn ummünzten. Hatten die Marburger es dann tatsächlich einmal geschafft, den Gegner in einer dritten Versuch zu zwingen, so kamen an diesem Tag auch die spärlich geworfenen Pässe von Quarterback Fajfr an. Am Ende des Drives wurde ein wenig Schadensbegrenzung betrieben, so dass es für die Gäste aus der Porsche Stadt nur zu einem Field Goal durch Tilmann Feckes reichte. Durch den anschließenden Kick Off Return von Marcel Duft in gute Feldposition gebracht, konterten die Hausherren sofort und punkteten durch Runningback Marcus Whalen – einen der wenigen Lichtblicke im Team – der sich aus sechs Yards in die Endzone durchtanken konnte. Patrick Wolffs Extrapunkt sorgte für den 7:3 Zwischenstand aus Sicht der „Söldner“. Was folgte war jenes Viertel, welches die gesamte Partie frühzeitig entschied. Mit Sage und Schreibe 27:7 verloren die Marburger das zweite Quarter und gingen mit 14:30 in die Kabinen. Ein Ergebnis dem man den ganzen Tag hinterherlaufen sollte. Aber der Reihe nach. Zunächst wurde Christopher Jackson , der mehr als Wide Receiver denn als Runningback eingesetzt wurde, von Fajfr in der Endzone bedient, bevor Cornerback Hassan Rashid einen der vielen verunglückten Pässe von Ullrich zum Touchdown zurücktragen konnte. (7:17) Wohl in dem Bewusstsein, dass man eine Initialzündung benötigte, griff Head Coach Arbon – für ihn eigentlich untypisch – schon früh in die Trickkiste. Nach Ballübergabe an Whalen warf dieser den Ball quer über das Feld zurück zu Ullrich, der wiederum die weit aufgerückte Scorpions Verteidigung mit einem tiefen Pass über 80 Yards auf Marc Biedenkapp düpierte. (14:17) Der Jubel der Zuschauer sollte indes bald wieder verstummen. Patrick Geiger sorgte mit zwei Touchdowns noch vor der Pause für eine Vorentscheidung, als er die hilflose Marburger Defense aus 20, respektive vier Yards überlief.

Nach einer lauten Kabinenpredigt von Coach Arbon, die in dieser Saison scheinbar zum Spiel der Mercenaries gehört, lief es zunächst besser und das im wahrsten Sinne des Wortes. Vor allem Marcus Whalen fand nun immer wieder Lücken und ließ sich auf dem Weg zu seinem zweiten Touchdown des Tages von Niemandem aufhalten. Etliche Tacklings brach der Mann von der BYU University bevor er aus 30 Yards vollendete. (21:30) Doch Stuttgart spielte seinen Stiefel nun konsequent herunter, was bedeutete, dass der Pass nur im Notfall ausgepackt und mit Laufspiel viel Zeit von der Uhr genommen wurde. Mit schwindenden Kräften in der Marburger Verteidigung erzielte letztendlich Avella den letzten Touchdown der Partie zum Endstand von 36:21, bevor das letzte Spielviertel trotz aller Bemühungen der Gastgeber ohne Punkte blieb. Das man die Partie nicht mehr würde gewinnen können, wurde symbolisch spätestens in dem Moment klar, als Chris Jackson einen Pass fangen konnte, obwohl dieser zuvor von Mercenaries Linebacker Ryan van de Loo abgefälscht wurde.

Was bleibt ist die bittere Erkenntnis, dass man bei den Mercenaries irgendwo zwischen Anspruch und Realität gefangen ist. In dieser Form jedenfalls ist die Mannschaft von Brad Arbon bei allen Vorschußlorbeeren und zweifellos vorhandenem Potential meilenweit davon entfernt ein ernsthafter Kandidat für den German Bowl zu sein. Es wird Zeit, dass man an der Lahn anfängt erst einmal wieder kleinere Brötchen zu backen, bevor man von größeren Zielen träumt.